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Ist doch eh´ alles
Schrott! Daß sich eine solche, eigentlich
negative Aussage im wahrsten Sinne des Wortes
auf spritzige, positive Kunst beziehen kann, schafft
der eigenwillige Künstler Mandir aus Berlin
mit seinen Schrottwesen.
Der ehemalige Schlosser und Handwerker war von
klein auf an Kunst interessiert und von Schrott
fasziniert. Er begann bereits als Teenager mit
den ersten künstlerischen Gestaltungen. Über
das Arbeiten sowohl mit gegenständlicher
als auch abstrakter Kunst fand er schließlich
sein künstlerisches Zuhause im unkonventionellen
Surrealismus. Mit Hilfe von Schrott konnte er
seine tiefe Liebe zur Natur mit inneren Wahrheiten
verbinden, um sie in Skulpturen aus Metall und
Edelsteinen auszudrücken.
Bis er allerdings seine ersten Schrottskulpturen
im Alter von 24 erschuf, sammelte er auf zahlreichen
Reisen vielschichtige Erfahrungen mit Menschen
und Ländern, die nun in seine Arbeit einfließen
und die er heute in einer Künstlergemeinschaft
lebt und umsetzt. Für ihn bedeutet das Leben
in dieser Wohn- und Arbeitsgemeinschaft die beste
Voraussetzung für sein künstlerisches
Schaffen – im Austausch leben und arbeiten.
Aus dem, was die Menschen meinen, nicht mehr
gebrauchen zu können, läßt er
witzige, eigentümliche Wesen (wie aus dieser
Welt) entstehen.
Rosten, Vergänglichkeit , Tod, Leben in
der Bewegung und Wandel sind Themen, die immer
wieder vom Künstler in seinen Skulpturen
aufgegriffen und umgesetzt werden.

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Zwar heißt es im Volksmund "wer rastet,
der rostet" und beschreibt einen endgültigen,
statischen Zustand, aber bei Mandir erhält
der Begriff Rosten eine ganz neue Dimension, nämlich
den der Bewegung. Er versteht Rosten als einen
kontinuierlichen Prozeß und er sagt: "Was
rostet, das lebt! Der schöne rötlich-braune
Rost, der so herrlich schimmert, wenn er feucht
ist, zeigt mir doch, daß die Substanz lebendig
ist." Wird Eisen gestrichen, so bleibt die
Substanz erhalten, aber nichts kann hinein oder
hinausgehen. Es findet kein Austausch statt. Manch
einen mag dieses Kunstverständnis etwas befremden.
In Mandirs leicht verrückten "Art"
entstehen jedoch neue Ganzheiten aus alten Einzelteilen,
manchmal in jahrelangen Prozessen.
"Kunst kommt nicht von Können, sie
ist weiblich und gebärend, sie ist Wärme
und nährend". Seine Wesen sind rostig
und vergänglich, wie wir, "denn auch
unser Körper ist der Natur des Wandels unterworfen."
Diese Vergänglichkeit, der stetige Wandel
des Lebens wird allerdings nie bedrückend
und dunkel in seinen Skulpturen ausgedrückt,
sondern Freude und eine gute Portion Schalk begegnet
uns. Begleitet werden seine Skulpturen von eigenen
Gedichten, die uns, den Betrachtern, den Entstehungsprozeß,
die dahinter liegenden Ideen und Gedanken in Worten
näher bringen. Gedicht und Skulptur ergänzen
sich und laden zum Weiterspinnen ein.
Zeitschriftenartikel von Brigitte Hardt.

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