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Mandir
Kunst | Der Künstler | Fotogallerie

 

Mandir  (Derek Karamol)

Geboren 1962 in Berlin-Wedding.

Was rostet lebt!

 
 

Ist doch eh´ alles Schrott! Daß sich eine solche, eigentlich negative Aussage im wahrsten Sinne des Wortes auf spritzige, positive Kunst beziehen kann, schafft der eigenwillige Künstler Mandir aus Berlin mit seinen Schrottwesen.

Der ehemalige Schlosser und Handwerker war von klein auf an Kunst interessiert und von Schrott fasziniert. Er begann bereits als Teenager mit den ersten künstlerischen Gestaltungen. Über das Arbeiten sowohl mit gegenständlicher als auch abstrakter Kunst fand er schließlich sein künstlerisches Zuhause im unkonventionellen Surrealismus. Mit Hilfe von Schrott konnte er seine tiefe Liebe zur Natur mit inneren Wahrheiten verbinden, um sie in Skulpturen aus Metall und Edelsteinen auszudrücken.

Bis er allerdings seine ersten Schrottskulpturen im Alter von 24 erschuf, sammelte er auf zahlreichen Reisen vielschichtige Erfahrungen mit Menschen und Ländern, die nun in seine Arbeit einfließen und die er heute in einer Künstlergemeinschaft lebt und umsetzt. Für ihn bedeutet das Leben in dieser Wohn- und Arbeitsgemeinschaft die beste Voraussetzung für sein künstlerisches Schaffen – im Austausch leben und arbeiten.

Aus dem, was die Menschen meinen, nicht mehr gebrauchen zu können, läßt er witzige, eigentümliche Wesen (wie aus dieser Welt) entstehen.

Rosten, Vergänglichkeit , Tod, Leben in der Bewegung und Wandel sind Themen, die immer wieder vom Künstler in seinen Skulpturen aufgegriffen und umgesetzt werden.

 

Zwar heißt es im Volksmund "wer rastet, der rostet" und beschreibt einen endgültigen, statischen Zustand, aber bei Mandir erhält der Begriff Rosten eine ganz neue Dimension, nämlich den der Bewegung. Er versteht Rosten als einen kontinuierlichen Prozeß und er sagt: "Was rostet, das lebt! Der schöne rötlich-braune Rost, der so herrlich schimmert, wenn er feucht ist, zeigt mir doch, daß die Substanz lebendig ist." Wird Eisen gestrichen, so bleibt die Substanz erhalten, aber nichts kann hinein oder hinausgehen. Es findet kein Austausch statt. Manch einen mag dieses Kunstverständnis etwas befremden. In Mandirs leicht verrückten "Art" entstehen jedoch neue Ganzheiten aus alten Einzelteilen, manchmal in jahrelangen Prozessen.

"Kunst kommt nicht von Können, sie ist weiblich und gebärend, sie ist Wärme und nährend". Seine Wesen sind rostig und vergänglich, wie wir, "denn auch unser Körper ist der Natur des Wandels unterworfen." Diese Vergänglichkeit, der stetige Wandel des Lebens wird allerdings nie bedrückend und dunkel in seinen Skulpturen ausgedrückt, sondern Freude und eine gute Portion Schalk begegnet uns. Begleitet werden seine Skulpturen von eigenen Gedichten, die uns, den Betrachtern, den Entstehungsprozeß, die dahinter liegenden Ideen und Gedanken in Worten näher bringen. Gedicht und Skulptur ergänzen sich und laden zum Weiterspinnen ein.

Zeitschriftenartikel von Brigitte Hardt.

 

 


 

 

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